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Seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft der Natur und der Pflanzen, um Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln. Zahlreiche Studien belegen, dass der Aufenthalt in der Natur das psychische und physische Wohlbefinden fördert. Bereits das Wahrnehmen verschiedener Gerüche im Freien, das Einatmen frischer Luft und der Anblick abwechslungsreicher Landschaften können den Blutdruck regulieren und den Puls senken. Das Fühlen von Erde, Blättern und nassem Gras stimuliert die Sinne auf vielfältige Weise. Zudem kann die Einnahme bestimmter Pflanzen zur Linderung oder Heilung von Krankheiten beitragen. Eine Methode, die diese positiven Eigenschaften gezielt nutzt, ist die Gartentherapie.

 

Naturtherapie und Gartentherapie sind im Integrativen Ansatz also weitaus mehr, als in die Natur zum Wandern oder in den Garten zum Pflanzen und Jäten zu gehen! Es ist ein "WEG" des Erkennens der eigenen Natur: "Dich prüfe du nur allermeist/ ob du Kern oder Schale seist?" ( FA I 2, 508)

In einer integrierten Weise bei sich, beim Anderen, bei der Natur zu sein, wird Grundlage von Zugehörigkeit, und die steht gegen Entfremdung, gewährleistet die Integrität von Menschen, Gruppen, Lebensräumen für Menschen und Tier. In der Integrativen Therapie, die oft als ein Bündel von Maßnahmen zum Einsatz kommt, ist die Frage: Brauchen wir das alles- Natur. -Garten- und Landschaftstherapie? " therapietheoretisch zu beantworten. Dazu einige Überlegungen.

Wir wissen, dass Psychotherapien in ihren vielfältigen Formen wirken. Wir kennen aber auch aus der Psychotherapieforschung nachstehende Fakten:

1.Exstratherapeutische Veränderungen haben 40 % Anteil am Therapieerfolg. Sie liegen bei den Patientinnen und Klientinnen selbst und bei ihren Lebensumständen, welche sich unabhängig von der Therapie änderten ( in der Beziehung, an der Arbeit, Freunde, neue Hobbys und etc.)

2. Bei der so genannten therapeutischen Beziehung liegen 30 % der Veränderungswirkung

3. 15% sind Erwartungs-/ Placebo- Effekte

4. Nur 15% der Veränderungswirksamkeit werden den therapeutischen Methoden und therapiespezifischen Techniken zugeschreiben, die sich zudem noch von Schule zu Schule unterscheiden ( Asay, Lambert 2001, 49)

Was soll überdies auch bei einer Therapiestunde pro Woche, so die Regelfrequenz, groß an  "Neubahnungen"- und auf die kommt es an- möglich sein, wenn keine in der Therapie vorbereiteten Transfermaßnahmen in die Alltagswelt und das Alltagsverhalten der Patienten und Patientinnen Bahnungsvorgänge unterstützten? Wir müssen deshalb in den Bereich der Alltagwelt verändernd einwirken, wenn wir umfassendere Veränderungen bewirken wollen. In diesen 40% liegt ein hohes Potential, das wir mit "Lebens-Kontext-Interventionen" zu erschließen suchen. Life Context Intervations (LCI) umfassen u.a. Netzwerkarbeit, Landschafts- und Gartentherapie, Tiergestützte Therapie, Lauftherapie.

Das Projekt RAUS IN DER NATUR ist genau die Art, wie man das, was man in der Therapie erlebt hat, im Leben anwenden kann. Der Garten bietet eine unerschöpfliche Anzahl an Gestaltungsmöglichkeiten, weshalb eine Darstellung immer unvollständig bleiben muss. Wenn der Mensch entdeckt, wie er nicht nur seine Umwelt (hier den Garten) beeinflussen kann, sondern sich selbst in seinen geistig- seelischen Schwingungen, steht ihm ein weites Feld offen. Und wenn er den Zusammenhang entdeckt, das  er sich selbst schadet, wenn er anderen schadet, ebenso wie er anderen schadet, wenn er sich selbst nicht liebt, öffnet er neue Wege der Selbstentwicklung.